Kosmosviertel
Berlin-Treptow-Köpenick

Das Wohngebiet Kosmosviertel liegt am Stadtrand von Berlin, direkt an der berlin-brandenburgischen Grenze, nebendem Flughafen Berlin-Brandenburg. Dieses Wohngebiet aus Plattenbauten mit 3 bis 11 Etagen ist deutlich abgegrenzt vom Rest der umliegenden Nachbarschaften, die mehrheitlich aus Einfamilienhäusern bestehen.

Gute Nachbarschaft  |  Begegnungsräume

Bildung  |  Öffentliche Grünanlagen

Mit seiner Lage am Stadtrand befindet sich das Kosmosviertel in der Peripherie Berlins und ein gutes Stück entfernt vom lebendigen Zentrum.

Das Gebiet wurde in den 1980er Jahren als sozialer und integrierter Stadtteil geplant und verfügt in der Grundstruktur über eine Vielzahl von Grünflächen, sozialen Einrichtungen und Einkaufsmöglichkeiten.

Die Eigentumsverhältnisse der ca. 3.500 Wohnungen sowie Gewerbeeinheiten im Gebiet verteilen sich fast komplett auf zwei Eigentümer:innen: die Wohnungsgenossenschaft Altglienicke (ca. 1/3) und das städtische Wohnungsunternehmen „Stadt und Land“, welches im Jahr 2019 die Bestände eines Privateigentümers (ca. 2.500 Wohneinheiten) erwarb. Die öffentlichen Flächen und Einrichtungen befinden sich im Besitz des Bezirkes Treptow-Köpenick. Von den 1990er bis in die 2010er-Jahren wurde – mit Ausnahme des Bestands der Wohnungsgenossenschaft - nur in geringem Maße in den Erhalt der städtebaulichen und sozialen Infrastruktur investiert. Die zunehmende soziale Segregation in Berlin zeigte sich im Kosmosviertel durch den vermehrten Zuzug von Personen, die in zentraleren Lagen keinen Wohnraum mehr fanden, während statusstärkere Gruppen aus dem Gebiet wegzogen. Das Kosmosviertel ist daher durch eine sehr prekäre Bewohner:innenschaft mit hauptsächlichem deutschem Hintergrund geprägt, sowie durch eine kleinere Gruppe von Menschen aus Polen oder Spätaussielder:innen.

Seit 2015 erfolgte im Kosmosviertel auch ein vermehrter Zuzug von Menschen mit Fluchtgeschichte, sowohl in die Unterkünfte für Geflüchtete im Umfeld des Gebietes, als auch in regulären Wohnraum.

Das gesellschaftliche und kulturelle Leben ist vor allem durch die Vielzahl der sozialen Einrichtungen im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit geprägt, sowie von verschiedenen Einrichtungen, die im Bürgerhaus Altglienicke angesiedelt sind . Darüber hinaus gibt es im Gebiet nur ein geringes Maß an zivilgesellschaftlichen Akteuren und informellen Initiativen.

  • Weiterentwicklung des Schulstandortes am Pegasuseck (Qualifizierung des Hauptgebäudes und Bildungscampus Pegasuseck)
  • Förderung und Stärkung der Nachbarschaftsbeziehungen, Selbstorganisation und Selbsthilfe (Hallo Kosmos, Kiezladen WaMa, Gemeinsam älter werden)
  • Niedrigschwellige Beratungsangebote und Informationsorte (Infopoint Alleinerziehende, Mobile Kiezberatung)
  • Umgestaltung der Grünanlagen im Kosmosviertel (Baumaßnahme „Zukunft Stadtgrün“)
  • 2015 Start des Quartiersmanagement
  • 2017 Einrichtung des Nachbarschaftstreffs „Kiezladen WaMa“
  • 2019 Start der Planungen zur Umgestaltung der Grünanlagen (Zukunft Stadtgrün)
  • 2021 Weiterentwicklung des Schulstandortes zum Bildungscampus Pegasuseck

Bei unserer Arbeit legen wir einen besonderen Schwerpunkt auf einen gemeinwesenorientierten Ansatz in der Nachbarschaft. Sowohl im Rahmen unserer eigenen Arbeit, als auch über die angestoßenen Projekte geht es darum, die Menschen aus dem Kiez miteinzubinden und Maßnahmen und Aktionen möglichst nah am Alltag der Menschen umzusetzen. Bei unserer eigenen Arbeit zeigt sich dies in verschiedenen niedrigschwelligen und aufsuchenden Formaten (Treppenhauscafés und Abendbrotveranstaltungen), als auch in gemeinsam mit den Nachbar:innen organisierten Aktionen (jährlicher Weihnachtsmarkt, andere Feste, Nachbarschaftshilfe, Turniere, Kulturaktionen).

Hauptziel der Tätigkeiten ist, die Nachbar:innen im Sinne eines Empowerment-Ansatzes dabei zu unterstützen, ihren Kiez selbst mitzugestalten und nach ihren Vorstellungen zu entwickeln. Begleitend dazu ist der Aufbau von Strukturen einer gut funktionierenden Nachbarschafts- und Kulturarbeit, die das Engagement von Menschen weiterbefördert, ein Schwerpunkt der Arbeit des Teams. Im Bereich der interkulturellen Arbeit wird das Team des Quartiersmanagements dabei durch Kolleg:innen aus dem BENN-Verfahren unterstützt.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Sanierung und Belebung der öffentlichen Grünanlagen, die im Viertel als Rückzugs-, Aufenthalts-, Begegnungs- und Aktivitätsraum eine große Rolle spielen Soziale Projekte in den Bereichen Kultur, Kunst, Sport oder Gärtnern sollen dazu beitragen, dass sich die Menschen den Raum aneignen und gestalten können. Um diesem Anliegen den geeigneten Raum zu verschaffen, werden die zentralen Grünanlagen des Kosmosviertels nach einem intensiven Beteiligungsprozess bis 2024 komplett umgestaltet. Begleitend finden gemeinsam mit den Anwohner:innen Aktionen statt, damit sich diese den geschaffenen Raum aneignen und für sich nutzen können.

Ein letzter Schwerpunkt ist die Stärkung von Familien. Hier steht die Bildungs- und Elternarbeit im Zentrum. Ziel ist, aus den vielen sozialen Einrichtungen heraus einerseits eine Bildungslandschaft zu entwickeln, welche die klassischen Bildungsangebote unterstützt und den zusätzlichen Bedarfen der Kinder und Familien vor Ort gerecht wird. Andererseits sollen Kinder, Jugendliche und vor allem Eltern durch die Einrichtungen, aber auch durch begleitende Strukturen und Elterninitiativen unterstützt werden, um den vielfältigen Anforderungen in ihrem Alltag begegnen zu können und ihre Lebensumwelt aktiv mitzugestalten.