Planspiel als Startschuss für Zusammenarbeit

Foto: Jens Sethmann
Foto: Jens Sethmann

Am 18. Januar lud das Quartiersmanagement alle Aktiven aus dem Kosmosviertel zu einer Konferenz ein. Von 9 bis 13 Uhr wurden Möglichkeiten für eine bessere Zusammenarbeit im Kosmosviertel ausgelotet. Im Zentrum stand dabei ein Planspiel.

46 Teilnehmer*innen waren in die alte Waschmaschinenbörse gekommen. Dabei waren Vertreter*innen der Kinder-, Jugend- und Senioreneinrichtungen, der Kitas und der Pegasus-Grundschule, Abgesandte der Initiativen „Offensiv 91“ und „Berliner Jungs“, Gewerbetreibende, eine Angestellte der Wohnungsgenossenschaft Altglienicke sowie Mitarbeiter der Geflüchtetenunterkünfte und der Bezirks- und Senatsverwaltung. „Wir wollen hier auch einen Startschuss für Kooperationen geben“, erklärt Quartiersmanagerin Marieke Piepenburg.

Neuer Blickwinkel durch Rollentausch

Im Planspiel nahm jeder eine andere Rolle ein. In einer gespielten Stadtteilkonferenz diskutierten unter anderem Bürgermeister, Gewerbetreibende, Hauseigentümer, Kitaleiter, Seniorenvertreter, Polizisten, Quartiersmanager, Jugendliche und engagierte Bürger leidenschaftlich über Themen wie eine neues Stadtteilzentrum und Videoüberwachung. So mancher ging in seiner Rolle voll auf.
Wichtiger als das Ergebnis der Debatte war für die Teilnehmer*innen der neue Blickwinkel. „Der Perspektivwechsel ist wirklich gut“, meint eine Teilnehmerin. „In der Rolle als Nichtdeutschsprechende habe ich gemerkt, wie schwierig es ist, wenn man sich nicht artikulieren kann.“ Im Planspiel hat sich auch gezeigt, dass Gruppen, die ihre Interessen laut und deutlich vorbringen – hier waren es die Jugendlichen –, sich leichter durchsetzen, während die Kita- und Seniorenvertreter*innen weniger präsent waren. „In meiner Rolle als engagierte Bürgerin habe ich mich nicht mitgenommen gefühlt“, berichtet eine Teilnehmerin.

Immer wieder ansprechen und einladen

Das ist auch eine der wichtigsten Lehren aus der Konferenz: Man muss alle, die nicht von allein kommen wollen, regelmäßig ansprechen und einladen. Ein weiteres Ergebnis: Der Kiez braucht einen Raum, um Möglichkeiten zu schaffen. Die alte Waschmaschinenbörse ist dafür ein gutes Beispiel. Gleich nachdem Kiezband/Hallo Kosmos den Laden vor einem halben Jahr übernommen hatte, kamen Anwohner*innen und haben dort eine Fahrradwerkstatt und ein Strickcafé aufgebaut. „Wenn man den Platz schafft, geht das ruckizucki“, sagt Holger Weigandt von Kiezband/Hallo Kosmos. „Was wir hier gespielt haben, ist im realen Leben schon in Bewegung.“
„Es ist beeindruckend, wie viele sich hier beteiligt haben, und dass alle kooperieren wollen“, lautet das Fazit von Marieke Piepenburg. Um die Zusammenarbeit auch im „echten Leben“ zu erleichtern, hat sie ein Offline-Facebook hergestellt: eine Fotowand mit Polaroids aller Teilnehmer*innen. Jede*r erhält davon eine Abbildung. So kann man sich später leichter erinnern, wen man für welche Zwecke ansprechen kann.

Am ersten Donnerstag im Februar tritt nach der ersten Trägerkonferenz auch die etwas kleinere Trägerrunde zusammen um zu besprechen, was man im Kosmosviertel noch in diesem Jahr umsetzen kann. Die Grundlage dafür ist mit der Konferent gelegt. Nun geht's ans Werk. Auf gelingende Kooperation im Kosmosviertel.