Café Quitte - Ein neuer Ort der Begegnung

Foto: Altglienicke Aktuell
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Am 23. Februar wurde in der Gemeinschaftsunterkunft am Quittenweg das „Café Quitte“ feierlich eröffnet. Es soll als neuer Anlaufpunkt für die Bewohnerschaft, aber auch dem Zusammentreffen mit der Anwohnerschaft dienen. Geehrt wurden im Rahmen der Veranstaltung zugleich engagierte Bewohnerinnen und Bewohner sowie ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Rund 240 Menschen aus verschiedenen Ländern leben seit gut einem Jahr auf der bisherigen Brachfläche zwischen dem Kosmosviertel und einem Einfamilienhausgebiet in den Tempohomes am Quittenweg. Verschiedene Angebote und Arbeitsgemeinschaften sollen den Bewohnerinnen und Bewohnern des Containerdorfs eine Freizeitgestaltung bieten sowie deren Miteinander und Integration befördern.

Organisiert wird das ganze vom Betreiber der Gemeinschaftsunterkunft LFG unter Mitwirkung des BENN-Teams („Berlin entwickelt neue Nachbarschaften“), welches wiederum als Integrationsprojekt beim Quartiersmanagement angedockt ist. Seit dem Beginn des BENN-Verfahrens im QM-Gebiet Kosmosviertel im April 2017 wurde fleißig gesprochen, diskutiert und gemeinsame Ideen dann auch umgesetzt.

Dazu zählten bisher wöchentliche Teerunden mit den Bewohnerinnen und Bewohnern in Form von Workshops, Bepflanzungsaktionen, gemeinsames Kochen mit der Einwohnerschaft des Kosmosviertels und die aktive Beteiligung an Kiezfesten. Ferner wird die Unterkunft durch die Netzwerktreffen in dem Stadtteil integriert. 

Wie das „Café Quitte“ entstand

In der Unterkunft „Die Quitte" wurde vom BENN-Team ein regelmäßiges und informelles Zusammentreffen initiiert, bei dem man sich unterhalb der Bewohnerschaft der Unterkunft sowie mit Träger, Referenten und Nachbarn austauschen konnte. Großes Manko bisher gab es in der Unterkunft dafür keinen Gemeinschaftsraum, der eine Begegnung für die Bewohnerschaft untereinander, aber auch mit der Nachbarschaft aus der Umgebung ermöglicht.

Das bisherige Dienstagscafé soll bewusst einfach gehalten sein, damit jeder dabei sein kann und man so ins diskutieren und später ins gemeinsame machen kommen kann. Das Angebot fand lange provisorisch im Büro der ehrenamtlichen Koordinatorin  statt. Ein gemeinsamer Anlaufpunkt zum regelmäßigen Verweilen zur Pflege nachbarschaftlicher Beziehungen sollte her. Bei den Kennenlern-Gesprächen der Bewohnerschaft wurde so die Idee geboren, ein selbst verwaltetes Café in der Gemeinschaftsunterkunft zu schaffen.

Gemeinsame Zielstellungen

So wurde mit dem Betreiber der Unterkunft LFG, dem BENN-Team und den Bewohnern ein gemeinsames Konzept für das „Café Quitte“ entwickelt. Das Café" soll nunmehr als Ziele verfolgen:

  • Austausch zwischen Bewohnerschaft der Unterkunft, Betreiber, perspektivisch Nachbarn und lokalen Akteuren,

  • Austausch über relevante Entwicklungen in der Unterkunft, über Freizeit, Bildungs- und Beratungsangebote und Belange und Anregungen der Bewohner.

  • als Café ein Ort zu sein, an dem Beteiligung gelebt wird, angefangen von der Gestaltung des Raumes mit und durch die Bewohner, bis zu den Inhalten, die im Rahmen des Cafés aufgegriffen, diskutiert und anschließend vielleicht auch gemeinsame Ideen umgesetzt werden. 

Feierliche Eröffnung mit vielen Gästen

An einem Freitag um 14 Uhr begrüßte Ariane Grüning als Vertreterin der LFG-Einrichtungsleitung die etwa 50 Anwesenden, darunter der Treptow-Köpenicker Bezirksbürgermeister Oliver Igel, den Bezirksstadtrat für Bauen und Stadtentwicklung, Rainer Hölmer, und von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen, Frau Ute Krüger, die zuständig für das BENN-Verfahren ist.

Bezirksbürgermeister Oliver Igel hielt ein kurzes Grußwort, in dem er sich an diesem Ort immer fröhliche Gäste und guten Kaffee sowie andere Getränke zu tollen Gespräche wünschte, vor allem aber die Aktivitäten lobte, hier einen Anlaufpunkt geschaffen zu haben für Menschen, die sich engagieren und etwas miteinander machen wollen. Dann durchschnitten Ariane Grüning und Oliver Igel das Eröffnungsband, um in die neue Räumlichkeit zu schreiten.

Die Anwesenden folgten und nahmen Platz, die Ehrengäste dabei in einer Sitzecke vorne auf der Bühne. Bezirksbürgermeister Oliver Igel setzte seine Worte fort. Er verwies auf frühere Diskussionen in Altglienicke, so dass der Standort der Containersiedlung in seiner Geschichte nicht unumstritten war und man heute nicht erwarten würde, dass hier ein Café eröffnet werde, dass nicht nur den Bewohnerinnen und Bewohnern dienen solle, sondern auch ein Ort für die Anwohnerschaft sein soll.

Von daher zeigte er sich erfreut und dankbar, dass es heute auch außerhalb der Gemeinschaftsunterkunft viele Altglienickerinnen und Altglienicker gibt, die sich hier engagieren. Das Café Quitte könne einen wesentlichen Beitrag leisten, dass hier Integration gelinge. Dabei drückte er seine Hoffnung aus, dass sich hier unterschiedliche Lebenswege begegnen und dass das Café davon leben werde, dass jeder hier ein Stück Herzlichkeit hineinbringe.

Ute Krüger schloss sich seitens der Senatsverwaltung mit kurzen Grüßen an, die noch mal erläuterten, wie man vor über einem Jahr BENN auf den Weg gebracht habe und dieses hier am Quittenweg nun gute Früchte zeige. Ishtar Al-Jabiri als Projektbetreuerin leitete schließlich den Teil ein, wo das Entstehen des Projekts „Café Quitte“ mit der von vielen Freiwilligen getragenen Umbauphase durch vier Bewohnerinnen und Bewohner mit Wortbeiträgen und Bildern eindrucksvoll präsentiert wurde.

Ehrung für viele ehrenamtlich Engagierte

Frau Friederike Ernst vom Büro des Integrationsbeauftragten lobte das ehrenamtliche Engagement ganz vieler rund um die neue Gemeinschaftsunterkunft. Schließlich wurden durch Ute Krüger und Oliver Igel zahlreiche Bewohnerinnen und Bewohner sowie engagierte Nachbarinnen und Nachbarn mit einer Urkunde des Landes Berlin ausgezeichnet. Die Geehrten freuten sich sichtlich über die Anerkennung.

Im Anschluss nahm das „Café Quitte“ dann auch seinen Betrieb auf. Es gab unter den Anwesenden einen gemütlichen Austausch bei Kaffee, Tee, Säften und allerlei für die Heimatländer der Geflüchteten typisches Gebäck. Viele interessante Gespräche wurden geführt zwischen denen, die hier leben und sich engagieren sowie den Ehrengästen. Einen Dank gab es auch noch an das Projekt Kiezband für die Bereitstellung der Bühne. Ein neues Stück Miteinander in Altglienicke konnte beschritten werden.